Geschichte der Stadt Hattersheim am Main
Erfahren Sie mehr über die Stadt Hattersheim am Main und ihre Stadtteile. Sie werden erstaunt sein, wie weit die Geschichte der Stadtteile zurückreicht.
Was Wappen erzählen

Diese Ersterwähnungen sind oft das einzige Zeugnis dafür, dass sich Ansiedlungen am Ort befunden haben. Natürlich ist klar, dass nicht erst in dem jeweiligen Jahr die Orte entstanden sind. Die Historiker schließen zum Beispiel aus der Endsilbe –heim bei Hattersheim und Eddersheim auf fränkische Siedlungen, die im 6. oder 7. Jahrhundert gegründet worden sein könnten. Davor waren auch die Römer schon vertreten und von anderen germanischen Stämmen ist ebenfalls die Rede.

Während 1132 Hattersheim noch Heideresheim genannt wird, wandelt sich der Name bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts. Heidirs- und Heiderßheim, Heddersheimb und Haydersheim waren einige der Schreibweisen, wie sie in verschiedenen Dokumenten festgehalten sind. 1654 wurde der Ort erstmals Hattersheim genannt, danach über Hayderßheim und ab 1735 bis in die Neuzeit Hattersheim. Hattersheim ist vermutlich die Gründung eines fränkischen Edelmannes namens Heithar. In Eddersheim könnte ein Franke namens Ether der Namensgeber sein. Das ist eine Deutung. Andere erklären den Eddersheimer Ortsnamen mit dem mittelhochdeutschen Wort eter = Zaun, was in der Übersetzung bedeuten würde „Zaun mit Eddern“ (Pfählen). Auch der Name des Dorfes Edirsheim wandelte sich erst im Laufe der Jahrhunderte zu Eddersheim. Okriftels Name leitet sich ebenso wie der der Gemeinde Kriftel aus der Lage am Kriftelbach her. Dieser Bach wurde viele Jahrhunderte später auch Goldbach genannt und ist nun als Schwarzbach bekannt.

Geradezu salomonisch entschieden 1975 die Hattersheimer Stadtverordneten, als es darum ging, ein gemeinsames Wappen für die neugebildete Stadt zu finden. Sie ließen alles beim alten und beschlossen, das Hattersheimer Wappen für die Stadt zu verwenden, gleichzeitig aber die Wappen von Okriftel und Eddersheim besonders zu schützen. So wird das neue Hattersheim offiziell durch Löwe und Lilie repräsentiert, die Okrifteler Eiche und die Eddersheimer Wolfsangel haben aber weiter ihre Berechtigung und dokumentieren damit, dass die drei Ortsteile ihre Eigenheiten weiter behalten sollen.


Das Hattersheimer Wappen, der geteilte Schild mit dem roten Löwen und der silbernen Lilie, wurde erst ab 1954 entwickelt und 1963 offiziell von der hessischen Landesregierung anerkannt. Die Grundlage dieses Wappens ist das Siegel des Adeligen Rupert von Hattersheim, das auf einer Urkunde von 1248 überliefert ist. Weshalb Rupert diese Symbole in seinem Wappen führte, ist nicht bekannt. Der Löwe galt schon immer als Sinnbild herrscherlicher Kraft und wurde deshalb gern als Wappentier verwandt. Unter dem benachbarten hohen Adel führten ihn auch die Grafen Nassau. Die Lilie war im Mittelalter Sinnbild für Reinheit und Unschuld. Sie wurde daher zum Sinnbild der Muttergottes. Da die Jungfrau Maria zunächst Schutzpatronin der Hattersheimer Kirche war und sie deshalb auch in das alte Gerichtssiegel gesetzt wurde, kann die Lilie im Wappen diese historische Erinnerung mit einschließen. Orts- und Stadtgeschichte Hattersheim

Das Eddersheimer Wappen, in Silber ein blauer Ring, durchzogen von einer grünen Wolfsangel, findet sich ebenfalls schon im Gerichtssiegel und später auf Gemarkungsgrenzsteinen. Es ist praktisch seit 1658 bekannt. Hier gibt es zwei Deutungen. Einmal soll der Dorfzaun damit dargestellt worden sein, nach einer anderen Meinung ist die Wolfsangel ein Forsthaken, der geregelte Forstpflege symbolisiert. Ortsgeschichte Eddersheim

Einen silbernen Eichbaum mit goldenen Eicheln auf schwarzem Grund stellt das Okrifteler Wappen dar. Seit 1938 wird dieses Wappen geführt, obwohl es aufgrund eines Missverständisses entstanden war. Das als Vorlage des Wappens dienende Gerichtssiegel von 1712 hatte nämlich ein Monogramm mit sämtlichen Buchstaben des Ortsnamens. Daraus war gewollt oder ungewollt, die Eiche geworden. Und weil die tausendjährige Eiche in Okriftel einst ein Prunkstück des Ortes war, setzten die Okrifteler ihren Willen durch und erreichten 1938 die offizielle Anerkennung dieses Wappens. In den Farben wählte man Schwarz und Silber, um damit eine Jahrhunderte dauernde Zugehörigkeit zu den Grafen von Isenburg-Büdingen zu dokumentieren. Ortsgeschichte Okriftel

[Quelle: R. A. Bölts, Geschichten zur Geschichte]

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