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| BIOGRAFIE HEINRICH HAUCK (Verlegung der Stolpersteine am 9. September) | |
Parkplatz Erbsengasse (ehemals Hauptstraße 42) HIER WOHNTE HEINRICH HAUCK JG.1897 VERHAFTET 1936 ’HOCHVERRAT’ ZUCHTHAUS FREIENDIEZ FLUCHT IN DEN TOD 16.11.1937 |
Heinrich Hauck (geb. 30.6.1897) wurde in Geiselberg, Kreis Pirmasens geboren. Im Dezember 1919 heiratete er in Hattersheim Karolina Katharina Postweiler, genannt Lina (geb. 18.1.1892 in Diedenbergen). Zweieinhalb Jahre später erhielt er eine feste Anstellung als Heizer im Pumpwerk Hattersheim der städtischen Wasserwerke Frankfurt, die beste Voraussetzung, um in Hattersheim dauerhaft sesshaft zu werden. Schon früh hatte sich Heinrich Hauck politisch engagiert. Bis 1921 war er Mitglied der USPD gewesen, trat dann zur KPD über und übernahm bald auch wichtige Ämter innerhalb der Partei. Wie schon in der USPD fungierte er zunächst als Unterkassierer, später wurde er Ortgruppenleiter der KPD und war zeitweise auch Gemeindevertreter. Der Sieg der Nationalsozialisten war für Heinrich Hauck ein schwerer Schlag. Die Kommunisten als erbittertste und radikalste Gegenspieler der Nationalsozialisten während der Weimarer Zeit, waren nun die erste Zielscheibe von politischen Verfolgungsmaßnahmen. Schon am 30. Mai 1933 kündigte man sein Arbeitsverhältnis mit Berufung auf das so genannte „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, das die fristlose Kündigung von politisch missliebigen Beamten, Angestellten und Arbeitern im öffentlichen Dienst erlaubte. Die von Heinrich Hauck dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Preußischen Innenministerium zurückgewiesen. Unter den gegebenen Umständen, als bekannter Kommunist, war es für ihn unmöglich eine neue Anstellung zu finden, daher blieb nur der Schritt in die Selbstständigkeit, um den Lebensunterhalt zu sichern. Zusammen mit seiner Frau übernahm er 1934 das Lebensmittelgeschäft von Sophie Maas. Der Laden bot außerdem die Möglichkeit, unauffällig den Kontakt zu ehemaligen Genossen zu halten und die Arbeit für die KPD illegal fortzuführen. Vermutlich kassierte er weiter Beiträge und Spenden zur Unterstützung politischer Gefangener oder ihrer Angehörigen und verkaufte auch illegale Zeitschriften wie die „Arbeiter-Zeitung“, die Zeitschrift der kommunistischen Hilfsorganisation „Rote Hilfe“ und die in Höchst hergestellte Zeitschrift „Rotfabriker“. Darüber hinaus organisierte er die Verteilung dieser verbotenen Druckschriften, suchte geeignete Übergabeverstecke und unterhielt zu diesem Zweck geheime Kontakte zu KPD-Funktionären in Hofheim und Höchst. Ob er tatsächlich versuchte, die durch zahlreiche Verhaftungen zerschlagenen Strukturen der KPD wieder aufzubauen, wie ihm die Gestapo später unterstellte, ist mehr als fraglich. Die Aussichtslosigkeit eines solchen Unterfangens wurde schon in den ersten Jahren der NS-Herrschaft mehr als deutlich. 1936 lösten Informationen von Gestapo-Spitzeln eine letzte große Verhaftungswelle aus, von der auch Heinrich Hauck erfasst wurde. Am 16. April 1936 drang die Gestapo in seine Wohnung in Hattersheim ein und brachte ihn nach Frankfurt. Zusammen mit weiteren Angeschuldigten wurde er vor dem Oberlandesgericht in Kassel der Vorbereitung des Hochverrats angeklagt. In der Verhandlung am 30. September 1936 sah das Gericht ihn als einen der Hauptschuldigen an und verurteilte ihn zu einer Zuchthausstrafe von 5 Jahren. Am Ende seines Kampfes angelangt, ertrug Heinrich Hauck die Haft im Zuchthaus Freiendiez nicht länger. Am Morgen des 16. Oktober 1937 fand man ihn erhängt in seiner Zelle. |
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