![]() (Foto: Gunter Demnig) Stolpersteine - ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig |
"STOLPERSTEINE" IN HATTERSHEIM Bei der Verlegung von Stolpersteinen handelt es sich um ein Projekt, das die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig hält, so der Künstler Gunter Demnig. Seit dem Jahr 2000 wurde das Projekt bereits in mehr als 510 Orten mit mehr als 22.000 Stolpersteinen realisiert. Das Kunstprojekt ist nicht nur in Deutschland zu einer anerkannten Form des Gedenkens geworden, auch in Österreich, Ungarn, den Niederlanden, Belgien, Tschechien, Polen, der Ukraine sowie in Italien fanden bereits Verlegungen statt. |
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| RESÜMEE 2010 |
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| Sichtbare Erinnerung - AG Opfergedenken zieht Resümee In ihrer neunten und letzten Sitzung des Jahres hat die AG Opfergedenken ein Resümee ihrer diesjährigen Arbeit gezogen und die Vorhaben für das Jahr 2011 diskutiert. Die Arbeitsgruppe hatte sich zum Ziel gesetzt, über die Opfer und Gräueltaten des Nationalsozialismus in Hattersheim am Main zu informieren und eine Erinnerungskultur in der Stadt zu etablieren. Auf ihre Anregung hin hatten die politischen Gremien der Teilnahme an dem Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig und der Verlegung von Stolpersteinen in der Mainstadt zugestimmt. |
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Bürgermeisterin Antje Köster bedankte sich bei den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft: „Ich möchte allen, die sich in diesem Jahr tatkräftig für das Projekt eingesetzt haben, ganz herzlich danken“, sagte sie und ergänzte, dass ihr auch die Form der Auseinendersetzung mit dem Thema besonders wichtig gewesen sei. „Ich möchte nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern meinen Dank und Respekt ausdrücken, die Patenschaften für die Steine übernommen haben, sondern auch denen, die mit uns offen und konstruktiv über ihre Bedenken und Kritik zu dem Projekt gesprochen haben. Das hat die Beschäftigung mit dem Thema intensiviert.“ Vor diesem Hintergrund sei das „Stolpern“ über einen Widerspruch und eine Kritik durchaus eine sinnstiftende Auseinandersetzung mit der Verlegung der Stolpersteine, stellte Köster fest. Historikerin Anna Schmidt und Stadtarchivar Wilfried Schwarz konnten bisher die Namen von 86 Opfern aus Hattersheim, Okriftel und Eddersheim ausfindig machen. 70 davon waren Juden, 12 Sinti und Roma. Vier waren politische Opfer des Nationalsozialismus. Für 41 von ihnen sind in diesem Jahr Stolpersteine verlegt worden. Viele interessierte Bürgerinnen und Bürger haben die beiden Zeremonien der Verlegung am 11. September und 9. November begleitet. Die Bürgermeisterin und Mitglieder der AG waren sich einig, dass dabei besonders das Engagement der Heinrich-Böll-Schule hervorzuheben sei. Dadurch, dass sich jungen Menschen aktiv an dem Projekt beteiligten, werde über die Erinnerung an die Opfer hinaus eine kritische Auseinandersetzung mit Unrecht und Gewaltherrschaft möglich. Die AG-Mitglieder hoffen, dass sich diese Erfahrungen nachhaltig auf die kulturelle Identität der Jugendlichen auswirken. Im kommenden Jahr soll die Verlegung der Stolpersteine, fortgeführt werden. Dazu werden erneut Recherchen der Historikerin Schmidt und des Stadtarchivars Schwarz zum Schicksal und letzen Wohnort der Opfer notwendig. Eine besondere Veranstaltungsreihe soll dem Thema der Verfolgung und Vernichtung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus gewidmet werden und die Verlegung von Stolpersteinen für die Mitglieder der Familie Keck-Adam in Okriftel begleiten. Die Mitglieder der AG Opfergedenken freuen sich darüber, dass die Heinrich-Böll-Schule das Stolperstein-Projekt auch im Jahr 2011 wieder begleiten wird. |
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| DIE NAMEN DER OPFER UND IHRE BIOGRAFIEN | |
Hattersheim |
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| Staufenstraße 16 zur Biografie der Familie Grünebaum |
Theodor Grünebaum - Jahrgang 1865 Mina Grünebaum - Jahrgang 1866 Hermann Heinrich Grünebaum - Jahrgang 1896 Else Grünebaum - Jahrgang 1905 |
| Mainzer Landstraße 52 zur Biografie der Familie Nassauer |
Ludwig Nassauer - Jahrgang 1878 Elisabeth Nassauer - Jahrgang 1883 Irma Simon, geb. Nassauer - Jahrgang 1915 |
| Parkplatz Erbensgasse/ Sarceller Straße zur Biografie der Sophie Maas zur Biografie des Heinrich Hauck |
Sophie Maas - Jahrgang 1874 Heinrich Hauck - Jahrgang 1897 |
| Hauptstraße 1 a zur Biografie der Familie Grünebaum |
Arthur Grünebaum - Jahrgang 1898 Hedwig Grünebaum, geb. Blum - Jahrgang 1903 Hans Joachim Grünebaum - Jahrgang 1932 |
| Untertorstraße 18 zur Biografie der Rosa Junker |
Rosa Junker, geb. Marx - Jahrgang 1872 |
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| Okriftel |
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| Langgasse 3 zur Biografie der Familie Hahn |
Bernhard Hahn - Jahrgang 1876 Eugenie Hahn - Jahrgang 1877 Kurt Hahn - Jahrgang 1899 Willi Manfred Hahn - Jahrgang 1905 Else Hahn - Jahrgang 1909 Friedrich Ludwig Hahn - Jahrgang 1904 |
| Neugasse 6 zur Biografie der Familie Weil |
Ludwig Weil - Jahrgang 1887 Sidonie Weil - Jahrgang 1890 Josef Weil - Jahrgang 1914 Lothar Weil - Jahrgang 1916 Lucie Kornsand, geb. Weil - Jahrgang 1913 Siegbert Weil - Jahrgang 1918 Karoline Weil - Jahrgang 1853 |
| Neugasse 10 zur Biografie der Familie Schwarz |
Johanna Schwarz, geb. Eskeles - Jahrgang 1879 Adolf Schwarz - Jahrgang 1872 Selma Gotthilf, geb. Schwarz - Jahrgang 1900 |
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| Eddersheim |
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| Propsteistraße 3 zur Biografie der Familie Hubert |
Max Hubert - Jahrgang 1874 Rosa Hubert, geb. Klein - Jahrgang 1870 Klara Hermann. geb. Hubert - Jahrgang 1904 Moritz Hubert - Jahrgang 1907 |
| Propsteistraße 6 zur Biografie der Familie Hahn |
Regina Hahn, geb. Klein - Jahrgang 1867 Martha Hahn - Jahrgang 1893 Moritz Hahn - Jahrgang 1897 Rosa Hahn, geb. Maier - Jahrgang 1901 Josef Fred Hahn - Jahrgang 1932 |
| Bahnhofstraße 7 zur Biografie der Familie Klein/Frohwein |
Julius Klein - Jahrgang 1872 Rosa Klein, geb. Stern - Jahrgang 1874 Alice Frohwein - Jahrgang 1904 Ludwig Frohwein - Jahrgang 1897 Lea Frohwein - Jahrgang 1930 Arnold Frohwein - Jahrgang 1935 |
| Fischergasse 11 zur Biografie der Familie Klein |
Johanette Klein - Jahrgang 1861 Katharina Klein - Jahrgang 1859 |
Biografien: © Anna Schmidt, Frankfurt am Main |
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| STOLPERSTEINPATEN | |
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Wir bedanken uns herzlich bei allen, die eine Patenschaft für einen Stolperstein übernommen haben. |
Liste der Paten (die genannt werden möchten): Elke und Hans-Josef Armbruster Dr. Gerd Bährecke Brigitte Brockbals Bündnis 90/Die Grünen, Ortsverband Hattersheim Ute Cetinkaya Wolfgang Ellwitz Klaus Fahrner Daniel Falz Förderverein der Heinrich-Böll-Schule Waltraud und Hans Franssen Michael Gahler Ute Gillmann und Benjamin Donath Wolfgang Jakobi Christa und Klaus Jüterbock Anita Kaleja KulturForum Hattersheim e. V. Pia und Ulrich Löffelholz Silvia und Knut Maeder Ulrike Milas-Quirin und Alexander Quirin Ulrike Miotk Monika Münch Ingeburg Muth Helena Neumann-Dreyling und Dr. Peter Dreyling Gertie und Bernhard Olp Peter und Christine Pier Marga Schmitt-Reinhart und Willi Reinhart Dirk Staudt Dieter Stöß Heide Uhl Karin und Michael Wahle |
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PATEN GESUCHT ...
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Wir suchen weitere Paten für die Stolpersteine, die in den nächsten Jahren verlegt werden sollen. Die Patenschaft für einen Stein kostet einmalig 95,00 €. Interessierte können sich an Monika Münch im Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Hattersheim am Main wenden. Sie ist erreichbar per Telefon unter: 06190 970-131 und per E-Mail: monika.muench@hattersheim.de. |
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WISSEN UND VERANTWORTUNG -
WAS TUN MIT DEN ERKENNTNISSEN ZUR NS-GESCHICHTE? |
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![]() Buch "Hattersheim, Eddersheim, Okriftel im Nationalsozialismus" ![]() AG Opfergedenken ![]() Bürgerversammlung vom 19. Mai |
Eine Podiumsdiskussion im November 2008 mit dem Titel „Wissen und Verantwortung - Was tun mit den Erkenntnissen zur NS-Ge-schichte?“ war Teil des umfangreichen Veranstaltungsprogramms der Stadt Hattersheim am Main zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht. Als Ergebnis dieser Podiumsdiskussion wurde die Arbeitsgruppe „Opfergedenken“ ins Leben gerufen. Als Arbeitsgrundlage diente das Buch „Hattersheim, Eddersheim, Okriftel im Nationalsozialismus“, das der Magistrat im November 2008 herausgegeben hatte. Das Buch ist für 10 € im Bürgerbüro Stadtpunkt am Bahnhof Hattersheim erhältlich. Die AG Opfergedenken, zu der neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen, der politischen Gremien, des Hattersheimer Geschichtsvereins, des KulturForums Hattersheim e. V., des Stadtarchivs und der Stadtverwaltung gehören, zählt zurzeit 25 Mitglieder und wird von Bürgermeister Hans Franssen geleitet. Bereits nach der ersten Sitzung bestand bei den Mitgliedern Einigkeit darüber, dass sich Hattersheim an dem Stolperstein-Projekt des Künstlers Gunter Demnig beteiligen sollte. 2009 wurde die Umsetzung einstimmig in den Gremien beschlossen, die Planungen konnten beginnen. Eingebunden in das Projekt ist die Heinrich-Böll-Schule aus Hattersheim. Bürgerversammlung informierte über das Projekt Stadtverordnetenvorsteherin Silvia Maeder hatte für den 19. Mai zu einer Bürgerversammlung in die Stadthalle am Karl-Eckel-Weg eingeladen. Auf einer großen Leinwand präsentierte Bürgermeister Hans Franssen das Projekt "Stolpersteine" und die geplante Umsetzung in Hattersheim der interessierten Öffentlichkeit. [Powerpoint-Präsentation als Download] Im Anschluss daran berichtete Historikerin Anna Schmidt, die mit der Erforschung der Daten der Opfer beauftragt wurde, über ihre teils knifflige Recherche. |
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WEITERE INFORMATIONEN
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www.stolpersteine.com http://de.wikipedia.org/wiki/Stolpersteine |
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DEUTSCHLANDKARTE
MIT VERLEGEORTEN |
www.stolpersteine.com/karteDeutschland.html |
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