ÜBER EIN DRITTEL DER UNTERNEHMEN IST NICHT AKTIV

Befragung zur Social-Media-Nutzung Hattersheimer Unternehmen

Der Faktor Social-Media (exemplarisch Facebook, Twitter, etc.) wurde schon vor der Corona-Krise für Unternehmen im Zuge der Digitalisierung immer relevanter. Beschleunigt durch die Pandemie findet der Vertrieb von Waren und Dienstleistungen, beispielsweise auf Verkaufsportalen, immer mehr digital im Netz – losgelöst vom physischen Standort des Unternehmens – statt. Die verstärkte Nachfrage von Kunden nach digitalen Einkaufsmöglichkeiten, die pandemiebedingten Beschränkungen für den Einzelhandel, wie auch Kundenbindung und -gewinnung sowie die damit verbundenen Umsatzerlöse sind hierbei die wesentlichen Gründe der Social-Media-Nutzung von Konsumenten bzw. Unternehmen.

Die städtische Wirtschaftsförderung wollte Näheres über die Situation in Hattersheim erfahren und führte im Zeitraum vom 20. April 2021 bis zum 10. Mai 2021 eine Onlinebefragung durch. Hendrik Bahr, Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung, konzipierte hierzu einen Befragungsbogen und führte die Umfrage durch. Zweck war es, ein digitales Bild der städtischen Unternehmen im Zuge von Social-Media Nutzung im gewerblichen Kontext in Erfahrung zu bringen. An der Befragung hatten 99 ortsansässige Unternehmen teilgenommen, von denen 79 den Fragebogen vollständig bis zum Schluss ausfüllten und interessante Ergebnisse lieferten:

So findet die Nutzung von gewerblichen Social-Media Postings zum Zeitpunkt des Umfrageendes in 63,51% aller sich beteiligenden Unternehmen statt, wohingegen 36,49% Unternehmen ausführten, bisher kein Social-Media im gewerblichen Kontext zu nutzen. „Die große Resonanz von knapp 100 Unternehmen, die an der Befragung teilgenommen hatten, macht deutlich, dass sich die Gewerbetreibenden intensiv mit dem Thema Social-Media beschäftigen. Dass jedoch über ein Drittel der Befragten überhaupt nicht auf den einschlägigen Portalen aktiv ist, zeigt gleichermaßen, dass hier sicherlich noch Potenzial nach oben vorhanden ist“, so die Einschätzung von Wirtschaftsförderer Alexander Schwarz.

Ein genauerer Blick innerhalb der Nutzung von Social Media lieferte die Ergebnisse, einer klaren Dominanz der Nutzung von Facebook gefolgt von den LinkedIn, Instagram, Xing und WhatsApp. Die Portale Twitter, Snapchat, Tik Tok und Vimeo werden aktuell von den ortsansässigen Gewerbetreibenden weniger genutzt.

Im Zuge der Befragung wurde gefiltert, auf wie vielen Social-Media-Netzwerken die Unternehmen aktiv sind. Dies führte zu dem Ergebnis, dass etwa ein Fünftel der Gewerbetreibenden nur auf einem Social-Media-Portal aktiv ist. Über 81% der ortsansässigen Unternehmen nutzt die Portale lediglich einmal pro Woche.

Weiterhin war es auch von besonderem Interesse für die Wirtschaftsförderung zu erfahren, warum einige der befragten Unternehmen auf den Einsatz von Social-Media gänzlich verzichten. Die Angaben hierzu erstrecken sich über fehlendes Personal, dem mit der Nutzung von Social Media verbundenen Aufwand, fehlenden eigenen Kompetenzen, der Furcht vor öffentlicher Kritik bis hin zu Zeitmangel sich intensiv in die Thematik einzuarbeiten.

„Mit meiner Stabsstelle Wirtschaftsförderung habe ich mich intensiv über die Ergebnisse ausgetauscht. Auch in unserem Wirtschaftsförderungsrat haben wir das Thema bei der letzten Sitzung auf die Agenda gesetzt und diskutiert. Im Zeitalter der Digitalisierung ist Social-Media nicht mehr wegzudenken und wir sollten gemeinsam versuchen, die Potenziale bestmöglich zu nutzen. Insbesondere mit Blick auf unsere Gewerbetreibenden machen wir uns intensiv Gedanken, welche Unterstützung wir dabei leisten können“, signalisiert Bürgermeister Klaus Schindling.

Ein digitaler Marktplatz für die Region?
Der Befragungsbogen zielte ferner auf Fragen zum Stimmungsbild hinsichtlich eines digitalen regionalen Marktplatzes, im kleineren Maßstab mit Orientierung an Amazon, für Hattersheim und den Main-Taunus-Kreis. Von einer Mehrheit der Befragungsteilnehmer*innen wird die Realisierungschance kritisch betrachtet – jedoch wird diese Idee vom Grundsatz her als interessant angesehen. Hinsichtlich des Meinungsbildes auf die finanzielle Mitwirkung der Unternehmen für ein solches Projekt ergibt sich kein klares Votum für oder gegen eine Mitfinanzierung.

Ein entsprechendes Portal würde auch unweigerlich das Thema Versand von Waren und Gütern erforderlich machen. Die eigene Organisation des Transportes zum Kunden lehnen aktuell etwas über 50% der Unternehmen ab. Begründet wird eine ablehnende Haltung insbesondere mit dem Hinweis, dass es bereits etablierte Vertriebswege gibt. Darüber hinaus mit der grundsätzlichen Skepsis gegenüber dem Aufbau und Aufwand von eigenen Transportwegen.


„Gerade in unserer Stadt, der ein digitales Image anhaftet, sollte es darum gehen, aus dieser schweren Zeit zu lernen, bestmöglich die ortsansässigen Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle zu unterstützen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln wie der Handel von morgen aussehen, mitgestaltet sowie begleitet wird“, so Schindling abschließend.

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