Aktuelles aus der Fluglärmkommission

Probebetrieb zur ganztägigen Anwendung des Segmented Approach geplant

In der letzten Sitzung der Fluglärmkommission wurde über die Durchführung eines Probebetriebs einer ganztägigen Anwendung des Segmented Approach „RNAV Y Approach“ für aus Süden kommende Anflüge berichtet. Der Probebetrieb soll am 1. März 2021 starten.

Der Segmented Approach ist eine bestehende aktive Schallschutzmaßnahme, die nach Beratung der Fluglärmkommission mit dem Ersten Maßnahmenpaket im Jahr 2011 zunächst für den verkehrsarmen Zeitraum von 23-5 Uhr für verspätete Landungen und verbunden mit der Absicht einer zeitlichen Ausdehnung eingeführt wurde. Das Flugverfahren ermöglicht eine Umfliegung der dicht besiedelten Großstädte Offenbach und Hanau sowie Mainz, indem anfliegende Flugzeuge erst nach dem südlichen Vorbeiflug an diesen Großstädten auf den Endanflug der Südbahn geführt werden.

Anlass für das Testen einer zeitlichen Ausdehnung des Verfahrens ist die derzeitige Corona-bedingt geringe abzuwickelnde Verkehrsmenge. Hierdurch eröffnet sich die bisher nicht zur Verfügung stehende Möglichkeit, die Anwendung des Segmented Approach gemäß der angestrebten Zielstellung aus dem Jahr 2011 auch außerhalb des bestehenden Zeitraums von 23-5 Uhr über den Tag hinweg zu erproben.

Im Tagesverlauf gibt es aktuell drei potentielle Zeitfenster, innerhalb derer sich Anflüge über den Segmented Approach grundsätzlich häufiger abwickeln lassen: 5-7 Uhr, 13-18 Uhr und 20-23 Uhr. Im Rahmen des Probebetriebs soll das Verfahren nur in Absprache mit der Flugsicherung in Form von Einzelfreigaben der Anflüge durchgeführt werden. Alle Flüge aus Norden kommend und ein Teil der aus Süden kommenden Anflüge verbleiben auch bei Anwendung des Segmented Approach auf der bisherigen Anfluggrundlinie.

Der Probebetrieb soll vom FFR und FLK genutzt werden, um weitreichende Erkenntnisse für eine nachhaltige Anwendung der Maßnahme - ggf. auch nur bezogen auf bestimmte Zeitfenster - bei wieder ansteigendem Flugbetrieb zu gewinnen. Von besonderer Bedeutung wird dabei die Betrachtung der besonders schutzwürdigen Nachtrandstunden sein. Die Fluglärmschutzbeauftragte wird den Probebetrieb mit einem umfangreichen Fluglärm-Monitoring begleiten.